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	<title>Colognelife &#187; Muhammad Yunus</title>
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		<title>Literaturforum Königsdorf —  Kraft der Würde und Gute Geschäfte</title>
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		<pubDate>Sun, 16 Aug 2009 07:59:12 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Manchmal vermag ein Fischernetz einem Menschen Würde zurückzugeben, die tiefste Armut ihm nahm. Manchmal sind es andere kleine Dinge, die Menschen als Grundlage dienen, damit sie aus eigener Kraft ihre Existenz sichern und wieder rettenden Boden unter den Füßen spüren. Der Bildband „Kraft der Würde“ zeigt solche Menschen. Menschen, die es schafften, ihrem Leben mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Manchmal vermag ein Fischernetz einem Menschen Würde zurückzugeben, die tiefste Armut ihm nahm. Manchmal sind es andere kleine Dinge, die Menschen als Grundlage dienen, damit sie aus eigener Kraft ihre Existenz sichern und wieder rettenden Boden unter den Füßen spüren. Der Bildband „Kraft der Würde“ zeigt solche Menschen. Menschen, die es schafften, ihrem Leben mit Hilfe von aus europäischer Sicht winzigen Mikrokrediten der Grameen Bank eine neue Perspektive zu geben. Vorgestellt wird dieser beeindruckende Band zusammen mit dem Buch „Gute Geschäfte“ von Peter Spiegel und Franz Alt am 27. August in Königsdorf.</p>
<p><strong>Kleines Vorwort</strong><br />
Wir bekennen hiermit feierlich: Königsdorf liegt nicht in Köln. Königsdorf heißt eigentlich Frechen-Königsdorf und ist folglich Stadtteil der Stadt Frechen. Da Königsdorf aber letztlich ganz nah dran an Köln liegt und Standort jenes äußerst interessanten Literaturforums ist, das sich am 27. August den Büchern „Kraft der Würde“ und „Gute Geschäfte“ widmet, heißt colognelife (bald Cologne-life) an dieser Stelle jetzt einfach Cologne-Rhein-Erftkreis-Culture und wir berichten über eine interessante Literatur-Veranstaltung im Erftkreis. Vorwort ENDE. Widmen wir uns den wichtigen Dingen.</p>
<p><strong>Die Anfänge der Mikrofinanzierung in Bangladesh</strong><br />
Konfrontiert mit Hunger und Verzweiflung in Bangladesh stellte sich der Wirtschaftsprofessor Muhammad Yunus aus Bangladesh in den 70er Jahren die Frage, wie den Menschen, die unter extremer Armut litten, nachhaltig geholfen werden könnte. Er sah, dass bisweilen nur kleine Finanzspritzen nötig wären, um diesen Menschen den Weg aus ihrer Existenz bedrohenden Armut zu ebnen. Das notwendige Geld blieb ihnen jedoch verwehrt oder wurde mit der Auflage hoher Zinsen vergeben, die oftmals kaum zu zahlen waren. Die Folge dieser Erkenntnis war zunächst, dass Muhammad Yunus begann, beispielsweise als Bürge dafür zu sorgen, dass Geld an die Ärmsten der Armen floss. Gelder, die von ihnen auch zurückgezahlt wurden. Das schien die existierenden Banken jedoch wenig zu beeindrucken: Kredite an die Ärmsten der Armen schienen zu risikoreich zu sein. Sie waren keine Option. Das ließ bei Muhammad Yunus die Idee reifen, dass eine neue, eine andere Bank etabliert werden müsste. </p>
<p><strong>Die Grameen Bank</strong><br />
1983 entstand die Grameen Bank, was übersetzt in etwa „Dorfbank“ heißt. Es entstand eine Bank, die eine Fülle von Projekten realisierte und die die Eigeninitiative von Menschen förderte, die sich so aus der Umklammerung der Armut befreien konnten. Yunus entwickelte dafür ein System, dass den Kreditnehmern eine Chance gab, sich mit dem geliehenen Geld einen Start in ein neues und wirtschaftlich abgesichertes Leben zu sichern und dass auch der Bank als Kreditgeber gewisse Sicherheiten bot. Um Letzteres zu realisieren, entstand die Auflage, dass die Mikrokredite nur an Gruppen von Menschen vergeben wurden, die sich zwecks der Kreditaufnahme zusammenschlossen und die füreinander bürgten. Passende Schulungen sorgten zusätzlich für den Background der Kreditnehmer, um das geliehene Geld sinnvoll einzusetzen. Die Kredite wurden nacheinander an die Menschen aus der jeweiligen Gruppe vergeben und eine erneute Kreditvergabe geschah erst, wenn die alten Kreditnehmer aus der Gruppe ihren Kredit abbezahlt hatten. Das schuf eine gewisse gegenseitige Abhängigkeit innerhalb der Gruppe, da die Kreditvergabe an das eine Gruppenmitglied von der Rückzahlung durch das andere Gruppenmitglied abhängig war. 2007 gab es nach Angaben der Grameen Bank 7,34 Millionen Kreditnehmer (97 % Frauen). Bis zu diesem Zeitpunkt hatte die Bank insgesamt 6,55 Milliarden Dollar an Krediten vergeben. Mittlerweile gehören zur „Grameen Family“ auch Unternehmen wie Grameen Shakti (Energieversorgung in ländlichen Regionen) oder Grameen Phone für den Telekommunikationssektor.</p>
<p><strong>Kraft der Würde</strong><br />
Es sind keine Riesenprojekte, die jene im Buch „Kraft der Würde“ gezeigten Menschen realisierten; es sind Projekte, die mit einer Kreditsumme finanziert wurden, die umgerechnet oftmals nicht mehr als etwa 20€ bis 30€ entspricht. Es sind auch keine Projekte, die den Weg dieser Menschen aus der Armut zum Reichtum gebahnt haben. Der Kredit sicherte meist das nackte Überleben auf einem Niveau, das eines Menschen würdig ist. Mehr nicht. Und doch ist das unendlich viel. Die Fotos des Bildbands wurden von Roger Richter aufgenommen und spiegeln Geschichten, die in der Flut weltweiter Nachrichten wohl untergehen würden, durch das Buch aber ins Blickfeld geraten. Das ist gut so. Denn es zeigt, wie wenig finanzieller Einsatz (wiederum aus europäischer Sicht) für Menschen mitunter nötig ist, um etwas zu bewegen. Teil des Buches ist ein Essay von Peter Spiegel. Er zeigt nicht nur, wie Muhammad Yunus das Finanzwesen um eine neue, eine soziale und menschliche Facette bereicherte. Er zeigt auch, dass Kapitalismus nicht zwangsläufig das Gehabe eines Raubtiers an den Tag legen muss. Es macht Mut, zu lesen, was alles funktioniert, wenn Menschen eine Chance bekommen. Und es macht Mut zu lesen, dass Banken mitunter sehr sinnvolle Dinge finanzieren. Sehr, sehr sinnvolle Dinge.</p>
<p><strong>Gute Geschäfte</strong><br />
Social Business ist mehr als nur ein Wort. Social Business hebt scheinbar unverrückbare Grenzen zwischen wirtschaftlichen Interessen, die häufig von nacktem Egoismus geprägt scheinen, und sozialen Interessen auf, die einem Land zur Gänze, die auch den ärmsten seiner Einwohner Entwicklung ermöglichen. Social Business ist Kernthema des Instituts Genisis, dessen Leiter Peter Spiegel ist. Gemeinsam mit dem Journalisten Franz Alt brachte Peter Spiegel im Mai 2009 das Buch „Gute Geschäfte“ heraus. Das Buch liefert Beweise dafür, dass „Social Business“ keine Utopie ist, kein Traum realitätsfremder Visionäre. Es ist ein Weg, der beschritten wird und weiter beschritten werden sollte. Wirtschaft darf kein Gegenpol zur Gesellschaft sein, sie muss sich in ihr verankern, zum Motor werden, der alle vorwärts treibt, Entwicklung initiiert. „Gute Geschäfte“ müssen dabei nicht ausgeschlossen sein. Sie erfahren vielleicht nur eine neue Definition.</p>
<p><strong>Das Literaturforum</strong><br />
Initiator des Königsdorfer Literaturforums ist der Journalist Jürgen Streich aus Königsdorf, der  über Zukunftsthemen schreibt und Bücher wie etwa &#8220;Vorbilder &#8211; Der Alternative Nobelpreis“ oder „30 Jahre Club of Rome“ veröffentlicht hat. Auch außerhalb seiner schreiberischen Tätigkeit ist Streich engagierter Journalist, der vorlebt, dass guter Journalismus lebendiger und bewegender Teil der Gesellschaft sein sollte. Im Königsdorfer Literaturforum waren bereits Menschen zu Gast wie etwa Klaus Bednarz, Günter Wallraff, Hermann Scheer, Träger des Alternativen Nobelpreises (1999) und Vorsitzender des Weltrats für Erneuerbare Energien (World Council for Renewable Energy, WCRE) oder Frances Moore-Lappé (Alternativer Nobelpreis 1987). Das Forum präsentiert Bücher und die Menschen, die sie geschrieben haben, Menschen, die sich nicht davon abbringen lassen, dass manche ihre Arbeit als Tropfen auf den heißen Stein bezeichnen. Wie war das? Steter Tropfen höhlt den Stein? Das gilt auch für heiße Steine. Am 27. August werden neben dem Autor Peter Spiegel auch der Verleger Joachim Kamphausen und dessen Tochter, die an &#8220;Kraft der Würde&#8221; mitgearbeitet hat, beim Königsdorfer Literaturforum zu Gast sein.</p>
<p><strong>Ort: evangelisches Gemeindehaus Königsdorf, Pfeilstraße 40; Zeit: 20 Uhr</strong></p>
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<h2>Weiterführende Links</h2>
<p><a href="http://www.sonnenseite.com/Buch-Tipps,Die+Kraft+der+Wuerde-+The+Grameen+Family+,34,a11738.html"><strong>Buchbeschreibung von „Kraft der Würde“ auf der Sonnenseite von Franz Alt</strong></a> </p>
<p><a href="http://www.aussichten-online.de"><strong>Webseite des Journalisten Jürgen Streich</strong></a> </p>
<p><a href="http://www.grameen.de/"><strong>Grameen Bank (deutsche Seite)</strong></a></p>
<p><a href="http://www.genisis-institute.org"><strong>GENISIS Institut</strong></a> </p>
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