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	<title>Colognelife &#187; Friesenplatz</title>
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	<description>Drei Kreative - ein Zuhause</description>
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		<title>Nachts mit einem Kontrolleur</title>
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		<pubDate>Tue, 21 Apr 2009 20:11:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>colognereportadmin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Er fragte gar nicht erst, ob ich eine Zigarette möchte, er hielt mir einfach die Packung hin und ich nahm mir eine heraus. Wir warteten auf die Bahn. Kurz nach Mitternacht. Meine Beine taten weh. Ich fühlte mich müde. Ein kühler Wind weckte erstmals in diesem Sommer Erinnerung an Vergangenheit, die nahe Zukunft war, an [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Er fragte gar nicht erst, ob ich eine Zigarette möchte, er hielt mir einfach die Packung hin und ich nahm mir eine heraus. Wir warteten auf die Bahn. Kurz nach Mitternacht. Meine Beine taten weh. Ich fühlte mich müde. Ein kühler Wind weckte erstmals in diesem Sommer Erinnerung an Vergangenheit, die nahe Zukunft war, an Herbstlaub und Nieselregen. Sein Atem roch nach Alkohol. Dankbar für sein Angebot brannte ich die Zigarette an und ließ mir den ersten Zug, den ich inhalierte, schmecken. Ich versuche gar nicht mehr, auf Lunge zu rauchen, ich paffe nur, atme den Rauch ein und spucke ihn fast unmittelbar wieder aus. Geldverschwendung. Aber ich gönne mir das! Oder vielmehr, ich brauche es. Er wirkte gedrungen, ein bisschen, als hätte Gott ihn nach einem Kasten geformt. Seine Augen verbargen sich hinter Schlitzen, sondierten das Gelände, taxierten mich.</p>
<p><strong>Er erzählte mir, dass man ihn aus einer irgendeiner Kneipe geschmissen hatte. Warum erzählte er nicht. Und ich fragte auch nicht. Ich spüre, welche Fragen ich mir verkneifen sollte. Wer weiß, was er mir erzählt hätte, vielleicht hätte er meine Zustimmung zu seiner Ansicht gefordert und ich hätte sie ihm nicht geben können. So etwas bedeutet Stress in Nächten wie dieser. Und ich hatte keine Lust auf Stress. „Ich fahr jetzt an nen Friesenplatz!“, sagte er und streckte mir sein Gesicht entgegen. „Ich brauch da nur ne Kneipe zu gehen. Und den Jungs zu sagen. Kommt mit! Sin´ alles Boxer! Die hauen den Laden hier in Stücke. So schnell kannste nicht gucken!<br />
</strong></p>
<p>„Glaub´ich dir!“, sagte ich und nickte zustimmend.</p>
<p>Kennste Klein-Köln?“, fragte er mich.</p>
<p>Ich nickte ein weiteres Mal und log, sagte „Nein!“ und sprach die Wahrheit. </p>
<p>„Wo liegt das?“, fragte ich.</p>
<p><strong>„Na am Friesenplatz!“ Ich wusste Bescheid. Ein paar Sexshops. Und Bars. Ein kleines Rotlichtviertel. War mal ne berühmte Gegend,  als Schäfers Nas der König vom Friesenplatz war. Lang ist das her! „Doch! Kenne ich!“ korrigierte ich mich. Da gibt es diesen Würstchenstand. Wurst Willi!“ Einen kleinen Moment lang begannen seine Augen zu strahlen und er schient weit weg zu sein: in anderen Zeiten. Ich schwieg. </strong></p>
<p>„Hast du eigentlich ´ne Fahrkarte?“, fragte er.</p>
<p>„Nein“, antwortete ich, „ich werde mir eine kaufen. In der Bahn!“</p>
<p>„Ach was!“, erwiderte er, „Nichts wirst du tun! Du bist ein Schwarzfahrer!“ Er zog an seiner Zigarette und sah mich dabei scharf an.</p>
<p>„Ich hab´ dich im Blick“, sagte er. Ich kenn mich aus. Ich bin Kontrolleur!“</p>
<p><strong>Ich weiß nicht warum, aber ich glaubte ihm damals. Glaubte, dass er, wenn er nicht gerade betrunken war, durch die Straßenbahnen ging, um Fahrscheine einzufordern. Irgendwie mochte ich ihn und irgendwie tat er mir Leid. </strong></p>
<p>„Ich werde ne Karte lösen!“ wiederholte ich, ich gehe an den Automaten und zieh eine!“</p>
<p>„Nichts wirst du tun!“, sagte er, „du wirst schwarzfahren. Du fährst mit mir! Und du brauchst keine Karte“. Und wir stiegen in die Bahn und ich zog keine Karte. Er… stieg irgendwann aus, während ich weiterfuhr, und ich sah ihn nie wieder.<br />
„</p>
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