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Nachhilfe kostenlos? Funktioniert mit Bildungspaket!

9. Oktober 2013 | Von | Kategorie: Bildung-Ansichten, Bildung-innovativ, General

Im April 2011 startete das Bildungspaket in Deutschland. Seither können sich Eltern mit niedrigem Einkommen und finanzieller Unterstützung durch den Staat für ihre Kinder unter bestimmten Umständen eine Lernförderung in Form von Nachhilfe sichern, die für sie selbst kostenlos bleibt. Allerdings gibt es nach wie vor Stimmen, die das Bildungspaket im Allgemeinen und die Lernförderung im Besonderen für kein Erfolgsprojekt halten. Lernförderung und Bildungspaket: Wie sieht die Situation konkret aus? Und welchen Weg beschreitet man in Köln, wenn man seinen Kindern kostenlose Nachhilfe sichern möchte.

Kostenlose Lernförderung – die Grundlagen

„Neue Zukunftschancen für 2,5 Millionen Kinder und Jugendliche“ verspricht das Bildungspaket laut der Spezialseite, die das Bundesministerium für Arbeit und Soziales ins Internet gestellt hat. Letztlich geht es bei den durch das Bildungspaket möglich werdenden Angeboten um die Teilhabe bedürftiger Kinder und Jugendliche an schulischen Angeboten und an Musik- und Sportangeboten von Vereinen sowie um eine verbesserte Chancengleichheit im Bereich „Schulbildung“. Dafür ist über das Bildungspaket beispielsweise eine zweckgebundene finanzielle Unterstützung für Schulbedarf sowie für Mitgliedsbeiträge von Sport- und Kulturvereinen, für die Schulkantine und für Tagesausflüge möglich.

Unterstützung gibt es daneben für Maßnahmen zur Lernförderung, sofern Schülerinnen und Schüler das jeweilige Lernziel nicht erreichen oder sofern ihre Versetzung gefährdet ist, heißt es in den FAQ des Ministeriums. Voraussetzung für eine Förderung ist jedoch eine Bestätigung des Bedarfs an Lernförderung durch die zuständige Lehrperson. Übernommen werden dann Kosten, die sich laut Ministerium „an den ortsüblichen Preisen für Lernförderung orientieren“. Kostenlose Nachhilfe und Lernförderung für ihre Kinder können Eltern beantragen, die:

  • „leistungsberechtigt nach dem SGB II sind (etwa Arbeitslosengeld II oder Sozialgeld),

  • Leistungen nach § 2 AsylbLG, Sozialhilfe, den Kinderzuschlag oder Wohngeld beziehen.“

(Quelle: http://www.bildungspaket.bmas.de/nc/startseite.html)

Lernförderung – ein Erfolgspaket?

Was beim Bildungspaket im Allgemeinen gilt, gilt verstärkt bei der Lernförderung im Rahmen des Bildungspakets: den Erfolg zu beurteilen, ist nicht ganz einfach. Die damalige Bundessozialministerin Ursula von der Leyen hatte im April 2013 eine eindeutige Meinung zur Sache. Sie bezeichnete das Bildungspaket damals als erfolgreich. Mittlerweile würden knapp 75 Prozent der 2,5 Millionen bedürftigen Kinder in Deutschland Leistungen aus dem Paket erhalten, hieß es. Zu diesen Leistungen gehörten vor allem Beiträge für Lernmaterialien, Klassenfahrten, Schulessen und Vereine, berichtete die Rheinische Post am 26. April 2013. Zugleich berichtete sie – wie das Deutschlandradio – allerdings auch von Kritik am Bildungspaket, die von Verbänden wie dem Caritasverband oder dem Deutschen Kinderhilfswerk geäußert wurde. Das Deutschlandradio zitierte damals Äußerungen der Verbände wie „Pädagogischer Unsinn”, “Bürokratiemonster” und “Flop”.

Bei der Lernförderung ist es nochmals schwieriger, Erfolg und Akzeptanz zu messen und zu beurteilen. Während man etwa bei Zuschüssen zu Lernmaterialien relativ genau bestimmen kann, für wie viele Personen der Zuschuss in Frage kommt und wie viele von ihnen ihn Anspruch nehmen, ist es bei der Lernförderung komplizierter. Schließlich benötigt zwar jedes schulpflichtige Kind aus einer Familie, die prinzipiell Anspruch auf Leistungen aus dem Bildungspaket hat, Schulmaterialien, aber nicht jedes benötigt auch Lernförderung. 5 Prozent aller anspruchsberechtigten Kinder und Jugendliche nehmen Lernförderung in Anspruch, hieß es bei der Vorstellung aktueller Zahlen zum Bildungspaket im April 2013. Aussagekräftig wäre diese Zahl jedoch erst dann wirklich, wenn man die Zahl derjenigen anspruchsberechtigten Kinder und Jugendliche kennen würde, für die eine Lernförderung sinnvoll wäre, um sie dann mit der Zahl derjenigen zu vergleichen, die kostenlose Nachhilfe tatsächlich in Anspruch nehmen.

Kostenlose Nachhilfe in Köln

Wer sich in Köln für Leistungen aus dem Bildungspaket interessiert, kann als erstes die Seite der Stadt Köln zum Bildungspaket ansteuern. Die Spezialseite des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales zum Bildungspaket ist ebenfalls interessant: Sie bietet Anlaufadressen in den verschiedenen Bundesländern.

Links zum Thema

Zehn-Punkte-Plan der Vodafone-Stiftung 

Autor Sebastian Gallander hat für die Vodafone-Stiftung einen Zehn-Punkte-Plan zur Lernförderung entwickelt, da das Angebot kostenloser Nachhilfe laut Aussage der Stiftung bisher kaum bei den Kindern ankommt, heißt es auf Vodafone-Stiftung.de.

Diverse Artikel zur Präsentation der Daten zum Bildungspaket im April 2013:

Migazin

Rheinische Post

Deutschlandradio

Internetseite der Stadt Köln zum Bildungspaket

Seite zum Bildungspaket vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales

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