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Nachhilfe + gute Bücher in Köln – das Cologne Lernhaus

13. August 2013 | Von | Kategorie: General

Ebrahim Farshy bietet seit mittlerweile weit über einem Jahr mit dem Cologne-Lernhaus Nachhilfe im gesamten Kölner Raum inklusive Orten wie Leverkusen und Bergisch-Gladbach an, wobei er einem Konzept folgt, das nicht nur kurzfristig verbesserte schulische Leistungen bringt, sondern Schülerinnen und Schüler auch nachhaltig stärkt. Zugleich ist Ebrahim Farshy seit etwa 18 Monaten Buchhändler in Köln-Holweide, verkauft in seiner Buchhandlung neben Büchern zum Beispiel Bürobedarf. Beide Professionen – Nachhilfe und Buchhandel – sind nicht voneinander getrennt, sondern bilden im Cologne-Lernhaus eine Einheit.

Das Cologne Lernhaus ist heute nicht nur eins der Unternehmen im Stadtteil, sondern ein echter Stadtteiltreff mit Kontakten zu vielen Vereinen, Schulen und anderen Institutionen: sehr nah an den Menschen, die in Köln-Holweide leben. Wie Ebrahim Farshy auf die Idee gekommen ist, Nachhilfe in Köln mit einer Buchhandlung zu verbinden, wie sein Konzept einer ganzheitlichen Nachhilfe aussieht und wie das Lernhaus zum Treffpunkt wird, verrät er im folgenden Interview.

A.S: Ebrahim, du betreibst ein Lernhaus in Verbindung mit einer Buchhandlung. Wie kommt man auf solch eine Idee?

E.F.: Ich hatte diese Idee schon lange, Nachhilfe als Angebot mit einem Laden zu kombinieren, der Laufkundschaft anzieht, die dort auch vom Nachhilfeangebot erfährt. Menschen haben über den Shop die Möglichkeit, einfach einmal ohne Termin hereinzukommen und über Schule, Bildung beziehungsweise über Probleme von Schülerinnen und Schülern zu sprechen. Eine Buchhandlung und ein Nachhilfeinstitut passen zudem sehr gut zusammen, weil beide auf ihre Weise zur Bildung von Menschen beitragen. Und einen ganz persönlichen Grund gibt es auch noch: Ich lese sehr gerne und Bildungsangebote zu initiieren, gehört seit vielen Jahren zu meinem Leben. Da war es vielleicht nur eine Frage der Zeit, bis so etwas wie das Lernhaus entsteht, das beide Leidenschaften sehr gut verbindet?

A.S.: Das Lernhaus existiert jetzt etwa 18 Monate lang. Wenn du jetzt einmal Revue passieren lässt, wo lagen die größten Herausforderungen, die du zu bewältigen hattest?

E.F.: Eine große Herausforderung ist die gute Beratung der Menschen, die ins Ladenlokal kommen, sowie das Erkennen, wo genau die Probleme der Schülerinnen oder Schüler liegen. Wir verfolgen ja einen ganzheitlichen Ansatz. Er zielt natürlich einerseits sehr direkt auf die Verbesserung von Noten ab, indem Schulinhalte wiederholt werden, indem wir Lehrmethoden individuell auf den jeweiligen Nachhilfeschüler abstimmen, um „seinen“ ganz persönlichen Weg zu finden, den Schulstoff zu verinnerlichen und wirklich zu verstehen. Aber wir gehen auch darüber hinaus, erkennen etwa tiefer greifende Probleme wie generelle Schwierigkeiten des Schülers oder der Schülerin, sich zu konzentrieren, oder Lernblockaden. Dann versuchen wir über die Arbeit am Schulstoff hinaus, gemeinsam mit den Eltern Wege zu finden, die generellen Bedingungen des Kindes oder Jugendlichen für das Lernen zu verbessern. Zum einen geht es also um die Vermittlung von Lerninhalten, zum anderen um bessere Lernvoraussetzungen. Das ist die große Herausforderung unserer Arbeit.

A.S.: Wird euer ganzheitlicher Ansatz angenommen?

E.F.: Nicht von jedem, aber von vielen. Ich meine, die Eltern und der Schüler oder die Schülerin lernen unseren Ansatz von Anfang an kennen. Das gibt ihnen die Basis zu entscheiden. Besteht ein konkretes Interesse an unserer Arbeit, erfolgt ja zunächst einmal eine kostenlos Beratungsstunde. An ihr nehmen die Eltern, das Kind sowie ein Dozent von uns teil. Im Rahmen dieses Gesprächs werden nicht nur Schulprobleme im engeren Sinne thematisiert, sondern auch Allgemeines wie etwa das Thema „Konzentration“. Es geht oft also auch um Themen, die „nur“ indirekt mit Schulleistungen zu tun haben, aber manchmal der Schlüssel dazu sind, dass ein Kind wieder mit Spaß und auch erfolgreicher lernt. Bei solchen Gesprächen wird unser Ansatz schnell deutlich. Und wenn dann alle Parteien (Kind, Eltern und Dozent) den Eindruck bekommen haben, dass man gut zusammenpasst, beginnt die konkrete Arbeit.

A.S.: Kommen wir einmal zur Buchhandlung. Da haben wir in Köln ja unter anderem die Riesen Thalia und Mayersche Buchhandlung sowie Online-Anbieter wie Amazon, die auch Bücher verkaufen, und riesige Online-Buchhändler. Und nun hast auch du eine Buchhandlung aufgemacht, die neben dem Verkauf von Büchern Bürobedarf und Paketdienste anbietet. Mittlerweile hat dein Shop schon weit über ein Jahr Bestand. Wo siehst du die Nische, in der man als kleiner Buchhändler überlebt?

E.F.: Natürlich ist die Sache nicht ganz einfach. Aber in unserem Stadtteil (Köln-Holweide) existiert keine Buchhandlung außer der Cologne-Buchhandlung. In unserem Viertel sind wir also konkurrenzlos. Daneben haben wir als Buchhandlung ja den Schwerpunkt „Schule und Bildung“, bei dem wir besondere Kompetenzen ausspielen können, wenngleich es bei uns natürlich für Stamm- und Laufkundschaft auch Belletristik sowie die Möglichkeit gibt, gewünschte Bücher aus allen Sparten zu bestellen. Das, was vielleicht vor allem zählt, ist die Nähe zum Menschen. Bei vielen Gesprächen im Shop haben mir Kunden gesagt, wie sehr sie persönliche Begegnung und Beratung schätzen. Und ich glaube, kleinere Buchhandlungen können genau das besser leisten als die Riesen.

A.S.: Du sagtest im Vorgespräch, dass du mit dem Laden auch eine Funktion als Treffpunkt im Stadtteil hast. Kannst du das einmal näher erläutern?

E.F.: Das ist richtig. Wir haben seit März 2012 einen Lesekreis hier in Holweide. Die Leute treffen sich einmal im Monat und sprechen über Bücher, die sie gelesen haben. Zudem suchen wir die Zusammenarbeit mit vielen hier im Stadtteil wirkenden Initiativen, mit Schulen und der Bürgervereinigung, die in Holweide arbeitet, sowie mit Vereinen wie Karnevals- und Sportvereinen, um gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen. Und es gibt Versuche, Eltern in einem Sonntagsfrühstück zusammenzubringen, bei dem nicht nur zusammen gefrühstückt wird, sondern auch über Probleme gesprochen wird, die sich mit Kindern und Jugendlichen im Schul- und Lernbereich und auch darüber hinaus ergeben.

A.S.: Hast du das Gefühl, dass das eine Nische ist, dass da in den Stadtteilen auch etwas fehlt?

E.F.: Ich denke schon. Ich kenne das in Köln bisher eigentlich nicht, dass es solche speziellen Angebote für Schule und Eltern in Stadtteilen gibt.

A.S.: Letzte Frage. Zukunft: Was wünscht du dir? Was sind so die wichtigsten Ziele und Herausforderungen für die Zukunft?

E.F.: Wir müssen verstärkt Kontakte mit Schulen aufnehmen und versuchen, noch präsenter in unserem Stadtteil zu sein. Wir werden auch die Zusammenarbeit mit Behörden verstärken, möchten Möglichkeiten für Schülerinnen und Schüler schaffen, hier bei uns ein Praktikum zu absolvieren. Darüber hinaus wird das Bildungsangebot des Lernhauses durch verschiedene Seminare und Workshops erweitert, sodass auch Jugendliche selbst den Weg hierhin finden. Und wir werden verstärkt für unsere Angebote werben, dabei insbesondere auch die Information streuen, dass Nachhilfe ja mittlerweile für einkommensschwache Familien durchs Bildungspaket bisweilen auch kostenfrei möglich ist. Letztlich soll alles, was wir tun, unsere ganz spezielle Kombination „Buchhandlung – Lernhaus“ weiter stärken und unsere Treffpunkt-Funktion im Stadtteil weiter ausbauen. Wir freuen uns, ein lebendiger Teil unseres Stadtteils zu sein und zu diesem Leben im Stadtteil beizutragen. Diese Aufgabe ist uns auch in Zukunft wichtig.

Das Interview mit Ebrahim Farshy führte Ansgar Sadeghi.

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