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Tierwelten Schau in Köln – der Gunther kommt wieder

29. März 2011 | Von | Kategorie: Köln - Angebote und Produkte

Der Gunther ist ja schon einer, irgendwie, nicht wahr? Der präpariert alles, was irgendwie tot ist und ihm in die Hände fällt. Also, er plastiniert. Und wenn er dann genug präparierte und/oder plastinierte Tote zusammen hat, baut er Körperwelten und kommt auch nach Köln. Jener Gunther ist Gunther von Hagens, Deutschlands berühmtester Plastinator. Bald eröffnet seine Tierwelten-Schau in Köln.

Gunther von Hagens scheidet die Geister

Gunther von Hagens scheidet wirklich die Geister. Was die einen Menschen für geschmacklos halten, fasziniert die anderen. Die anderen Menschen sind ganz schön viele. Immerhin kamen zur letzten Körperwelten-Ausstellung in Köln im Zeitraum vom 19. September 2009 bis zum 21. März 2010 etwa 292.000 Besucher. Präparierte Leichen scheinen also auch abseits der Nekrophilie-Szene Freunde zu finden. Seien wir ehrlich: Irgendwie fasziniert die Sache ja tatsächlich. Der Tod ist eins der letzten Mysterien dieser ziemlich mysterienlosen Zeit. In den Körperwelten steht man ihm Auge in Auge gegenüber. Das ist manchmal ein bisschen unheimlich. Aber es ist auch irgendwie spannend.

Die Faszination „Körperwelten“

Das offizielle Ziel der Körperwelten ist ein anderes: „Körperwelten möchten „ein breites Publikum über das Innenleben und die Funktionen des menschlichen Körpers informieren und die Auswirkungen von Krankheiten und Störungen auf die Gesundheit und die eigene Lebensweise aufzeigen“. OK, also Bildungsarbeit! Körperwelten sind Bildungsarbeit. Aber seien wir wiederum ehrlich: Ein ganz kleines bisschen besucht man so als die Ausstellung besuchender Besucher dann vielleicht doch auch, um sich ein klitzekleines bisschen (also wirklich nur ein ganz klitzekleines bisschen) zu gruseln, oder? Ist doch so. Ist das so?

Auf Körperwelten folgen Tierwelten

Nun kommt also Gunther von Hagens Ausstellung „Tierwelten“ nach Köln (ab dem 15. April) und hat sich dafür den Zoo als Standort ausgesucht. Als Spötter könnte man behaupten, dass eine Ausstellung mit präparierten, plastinierten (und nicht frittierten) Tieren nach einer Ausstellung mit präparierten, plastinierten (ebenfalls nicht frittierten) Menschen ein Rückschritt in der Ausstellungsevolution ist. Als nächster Schritt kämen dann vielleicht präparierte Einzeller! Da wir keine Spötter sind, halten wir uns an Fakten: Ausgestellt werden zwei Elefanten-Plastinate sowie mehrere Ganzkörpermodelle, etwa von Bär, Hai, Giraffe und Gorilla. Schauen wir uns das an? Vielleicht schauen wir uns auch das an: natürlich aus rein wissenschaftlicher Neugier, obwohl… vielleicht auch anders. Oder so!

Ein Kaninchen-Skelett gefällig?

Wer sich nach der Ausstellung ganz völlig total in tote Tiere verliebt hat, kann sie übrigens auch kaufen, jedenfalls teilweise, also auf die Knochen reduzierte Exemplare: in Gunther von Hagens Onlineshop. Menschliche Schädel und Knochen gibt es dort nur für „qualifizierte Nutzer“. Das sind Leutz, die verkaufsbeschränkte Plastinate „nur zum Zweck der Forschung, Lehre oder der medizinischen, diagnostischen bzw. therapeutischen Berufsausübung verwenden wollen und dies nachweisen können. Grufties zählen nicht zu diesem Personenkreis und müssen sich anderweitig umsehen. Nicht qualifizierte Nutzer können beispielsweise Frosch-, Huhn- oder Kaninchenskelette kaufen. Und wir rätseln weiter: ist das nun faszinierend, geschmacklos, irgendwie cool? Wir rätseln noch eine Weile.

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