Zwitschergeschichten — Konstantin und Spaziergang mit Dackel
3. Juli 2010 | Von colognereportadmin | Kategorie: Clife & Kreatives, Zwitscher-GeschichtenKonstantins Kopf befahl Konstantin zu laufen, weil Zeit etwas so Kostbares ist. Seine Hand war leider jedoch über eine Leine mit jenem sechzehn Jahre alten Dackel verbunden, der das Laufen nicht mehr schätzte, pausierte, trippelte, an Blumen roch, pausierte, trippelte. „Schleif ihn hinter dir her, Konstantin“, rief ein grauer Mann, während ein im Gras sitzendes und Fliegen beobachtendes Mädchen mit Blumen ihm zuwinkte.
„Mein Hund ist ein Philosoph“, dachte Konstantin, „ein Philosoph der Langsamkeit, obwohl er nicht weiß, dass er ein Philosoph ist“. Zugleich spürte er den starken Impuls, seinem Dackel laufend die Wichtigkeit der Zeit nahe zu bringen. Doch er unterdrückte den Impuls. „Ich muss noch viel lernen“, dachte er. Konstantin beschloss, dem Dackel einen Schrein zu bauen und der Welt den Hundiismus zu stiften. Seither gewährt ihm die Anstalt keinen Ausgang mehr und unterbindet Treffen mit dem Dackel.
Zwitschergeschichte: 140 Wörter nach Word 2003.
Autor: Ansgar Sadeghi auf Facebook.
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Joachim Witt
Joachim Witt ist ein 1949 in Hamburg geborener deutscher Sänger und Schauspieler. Nach Auftritten in Coverbands und mit der Rockband Duesenberg begann Joachim Witt Anfang der 80er Jahre eine erfolgreiche Solo-Karriere im Rahmen der Neuen Deutschen Welle und galt eine Zeit lang als erfolgreichster Solo-Vertreter dieses Musikstils. Schnell wurde es jedoch wieder ruhiger um ihn: In der Folgezeit arbeitete Joachim Witt unter anderem als Produzent. Größere Erfolge eigener Veröffentlichungen blieben aus.
Wann kommt die Flut?
1998 veröffentlichte er das Album Bayreuth EINS. Der aus einer Kooperation mit dem ebenfalls aus Hamburg stammenden Musiker Peter Heppner entstandene Song „Wann kommt die Flut“ wurde zum größten kommerziellen Erfolg von Joachim Witt.
Witts Songs waren stets mit einer Botschaft und teils deutlich mit Kritik an Missständen verbunden. Zugleich trafen einige den Nerv vieler Menschen.
Die beiden hier ausgewählten Beispiele „Der Goldene Reiter“ und „Wann kommt die Flut“ zeigen eine Welt hilfloser Menschen, deren tiefe Sehnsucht (Wann kommt die Flut) ungestillt bleibt. Das ist nicht positiv. Das ist nicht locker und leicht. Aber es spricht das an, was Menschen neben Lebenslust und Freude bisweilen spüren und was vielleicht eine ihrer Seiten ist, die die Moderne verdrängt, weil sie allein den Spaß ehrt und den Macher, der nie zaudert?
Die Alben Bayreuth ZWEI und Bayreuth DREI bilden gemeinsam mit Bayreuth EINS eine Trilogie; Bayreuth DREI ist das bisher letzte Album von Joachim Witt. Es ist wieder ruhiger um ihn geworden. Der letzte Eintrag im Newsarchiv seiner Website stammt aus dem Oktober 2009 (Stand: Juli 2010). Vielleicht kam die Flut und trug den Goldenen Reiter fort? Vielleicht!



