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Der Texter, die Tourismusbranche und die Sinnlichkeit

18. Juli 2010 | Von | Kategorie: Köln - Angebote und Produkte

Sprache ist bisweilen ein bisschen unzulänglich, finden Sie nicht? Nehmen wir ein Bild oder ein Gemälde: Manchmal sieht man eins und ist hin und weg: ohne zu zögern begeistert. Nehmen wir Musik: Findet man sie gut, dringt sie vielleicht ans Herz, in den Bauch, scheinbar ohne Umweg über den Kopf. Die Füße beginnen zu wippen, der Kopf nickt, die Hüfte kreist. Als Texter träumt man mitunter von so etwas. Texte können nicht derart schnell wirken, sie wollen gelesen werden und das dauert ein bisschen. Selbst gute Texte für den Tourismus duften zudem nicht, sie klingen nicht wie das Rauschen des Meeres, schmecken nicht wie eine gute Paella oder wie ein Glas Rotwein. Man spürt sie nicht wie die Sonne oder wie ein lauer Wind auf der Haut. Bei Texten für den Tourismus ist das besonders schade. Texter produzieren erst einmal nichts Anderes als Buchstaben auf Papier oder in einer Worddatei oder (mittlerweile eher selten) auf Papyrus. Mehr nicht! (Autor des Textes: Texter und Onlinjournalist Ansgar Sadeghi)

Texte für den Tourismus sollten Lust machen

Schreibt ein Texter einen Text für den Tourismus, muss er dieses Manko kompensieren. Gute Texte für den Tourismus sind sinnliche Texte. Gewiss, sie bringen auch Fakten, sie erzählen von Sehenswürdigkeiten, von Hotels und Ausflügen. Was aus meiner Sicht aber noch wichtiger ist: Sie machen Lust. Sie machen Lust auf genau jene Urlaubsregion, auf genau jenes Hotel und genau jene Reise, die der Texter gerade beschreibt.

Nein, ein Text duftet nicht nach dem blühenden Lavendel der Provence, er schmeckt nicht nach der salzigen Luft am Meer und klingt nicht wie das Zirpen von Zikaden.

Aber Texter können ihre Texte für den Tourismus so schreiben, dass beim Leser Bilder entstehen, vielleicht Erinnerungen hervorrufen, die ihrerseits Reiselust und Sehnsucht wecken. Bestenfalls entstehen beim Leser durch den Text mehrdimensionale Bilder von Landschaften und Urlaubsregionen, die sich mit Erinnerungsfetzen von Klängen, Düften und positiven Gefühlen mischen.

Texter sollten das Besondere einer Reiseregion erkennen

Als Texter muss für einen guten Tourismus – Text im Kopf auf Reise gehen, muss sich intensiv mit der zu beschreibenden Region beschäftigen, um ihre Besonderheit kennen zu lernen und vermitteln zu können. Stets bei der Beschreibung von Karibikinseln nur (!) auf Traumstrände, blauen Himmel und kristallklares Wasser zu setzen reicht nicht aus (mal abgesehen davon, dass nicht jede Karibikinsel das gleichermaßen bietet!). Vielleicht gibt es die Legende eines Piratenschatzes, die eine Insel für den Tourismus speziell macht, vielleicht offerieren die Bewohner dort besonders gute und leckere Speisen, eventuell bietet die jeweilige Insel wilde Vulkanlandschaften oder fast zahme Stachelrochen. Ein guter Texter sollte so etwas in seinen Text integrieren.

Warum hierhin und nicht woanders hin?

Diese Frage muss ein Texter in der Tourismus – Branche mit jeder Reisebeschreibung für seinen Auftraggeber beantworten: ob er nun Urlaubsinseln, Städte für Städtereisen oder Regionen beschreibt. Das ist manchmal nicht einfach. Aber es macht Spaß. Texter-Kopfreisen bei Texten für den Tourismus sind (fast!) so schön wie echte Reisen.

Autor dieses Artikels ist der Texter und Onlinejournalist Ansgar Sadeghi

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