1minute bewegt Köln — spontaner Tanz, auf Video gebannt
1. April 2010 | Von colognereportadmin | Kategorie: Was gibt es Neues?Wenn Menschen ausgelassen tanzen, tanzen auch ihre Glückshormone. Selten waren Partys derart voller Leben. Tanzen Menschen aus Trauer, entsteht eine Wärme, die ihr Frösteln vertreibt. Sie kann Schmerz nicht lindern, doch sie gibt ihm Ausdruck. Es ist die Chance auf Heilung. Tanzen hat etwas Magisches. Wenn Menschen in Köln auf den Straßen tanzen, ist Karneval. Oder Silvester. CSD. Oder Deutschland (die Türkei, Italien, Spanien…) gewinnt ein Fußball-Weltmeisterschaftsspiel. Oder… „1minute bewegt Köln“ bewegt sich gerade durch Köln. Auch möglich! Auch schön!
Was passiert, wenn ein Mensch auf einer Straße oder einem Platz in Köln plötzlich anfängt zu tanzen? Es können so viele Dinge passieren. Manch einer wird schauen, als begegne er einem Mysterium. Dann wird er vielleicht an Drogen denken oder an Ausbrüche aus Heilanstalten: Sollte es noch andere Gründe geben, warum jemand tanzt? Einfach so? Grundlos? Andere werden beginnen zu lächeln.
Tanzen kann anstecken. Es kann fröhlich machen. Und dann fliegt das Lächeln von Gesicht zu Gesicht und auch Regentage gewinnen an Helligkeit.
„1minute bewegt Köln“ ist mit der Videokamera in Köln unterwegs und lässt Kölner tanzen. Vor der Kamera. Einfach so. Mitten auf der Straße. Wahrscheinlich wird es Menschen geben, die abwinken. Es mag nicht für alle leicht sein, in der Kölner Öffentlichkeit loszutanzen. Manche machen es und werden auf Video gebannt. Die Ergebnisse sind beispielsweise auf YouTube zu sehen.
1minute bewegt Köln ist was?
Die drei Frauen Beatriz Boada, Fernanda Lima und Bettina Nampé leiten das Projekt. Die in Peru geborene Beatriz Boada studiert an der Kunsthochschule in Köln mit den Schwerpunkten Fotografie, Skulptur und Video. Bettina Nampé arbeitet wie die Brasilianerin Fernanda Lima als Tänzerin und Choreografin in Köln. Beide choreographieren unter anderem das Projekt Limpé Moves. Am Projekt „1minute bewegt Köln“ reizt sie der individuelle Bewegungsstil, den Menschen beim Tanz entwickeln. Mit der Kamera fangen sie diesen Stil ein und setzen ihn online.
Tänzer werden noch gesucht und können sich auf dem Blog des Projekts anmelden.
Wer passiv bleiben und einfach schauen möchte, kann sich vorerst auf jeden Freitag freuen. Der Freitag ist auserkoren, jeweils Veröffentlichungstermin eines neuen Videos zu sein. Offline präsentieren sie das Projekt am achten Mai im Tanz(h)aus Köln als Videoinstallation, bei der alle Tänzer gezeigt werden: Alles-Was-Tanzt-Gipfel nennt sich das. Freuen wir uns drauf. Schöne Idee! Gute Sache!



