LitCologne – was man aus Literatur so machen kann!
12. März 2010 | Von colognereportadmin | Kategorie: Was gibt es Neues?Haben Sie eigentlich einmal auf die Plakate für das internationale Literaturfestival LitCologne geachtet? Sie sind immer gleich, fast zumindest, also, sie sind Jahr für Jahr fast gleich. Eigentlich gibt es nur einen einzigen größeren Unterschied bei den Plakaten: auf denen für die erste LitCologne stand „Das erste Mal“. Auf denen für die zweite LitCologne stand „Das zweite Mal“. Auf denen für die dritte LitCologne stand „Das dritte Mal“. Nun schreiben wir das Jahr 2010 und die LitCologne in Köln findet zum zehnten Mal statt. Raten Sie, was auf den Plakaten steht?
Aber wollen wir uns über Plakate unterhalten? Ja. Noch ein kleines bisschen. Wenn Festival-Betreiber wie die der LitCologne Jahr für Jahr dasselbe Plakate mit leichter Modifizierung herausbringen, könnte man sagen:
a) die Leute sind komplett einfallslos oder
b) das Festival hat es nicht nötig, stets durch komplett neue Plakate auf sich aufmerksam zu machen,
c) die Festivalbetreiber sparen bei den Plakaten Geld, das sie lieber ins Festival selbst stecken.
Es steht 2:1 für die guten Gründe. Damit wäre die Meisterschaft gewonnen. Und wir… widmen uns der LitCologne 2010.
Was zeichnet die LitCologne aus?
Literatur ist massentauglich. Die Lit.Cologne ist der Beweis. Es gibt wenige, die das bedauern, weil es der Literatur das Elitäre nimmt. Es gibt Viele, die sich freuen. Wir freuen uns auch. 2009 hatten die Veranstaltungen der LitCologne (wir schreiben das Festival jetzt einmal so… einfach so… SEO-technisch) insgesamt 65.000 Besucher.
Die Lit.Cologne lockt Stars der Literatur nach Köln. 2010 kommen unter anderem Herta Müller, Nick Hornby, Siegfried Lenz, Martin Suter, Martin Walser, Roger Willemsen, Frank Schätzing und Henning Mankell und… da kommen noch viele, viele mehr…
Die LitCologne (Achtung: SEO) gewinnt auch immer wieder bekannte Schauspieler für die Veranstaltung. 2010 kommen etwa Maria Schrader, Axel Milberg, Bruno Ganz, Dietmar Bär, August Zirner und… da kommen noch viele, viele mehr…
Im Rahmen der Lit.Cologne treffen immer wieder interessante Menschen aufeinander; Begegnung kann etwas ungemein Spannendes sein, etwas, was wertvollen Austausch bietet, was vor Leben sprüht: bis weit in den Zuschauerraum hinein. 2010 sollten etwa Herta Müller, Literatur-Nobelpreisträgerin 2009 und Stimme gegen Unterdrückung und Diktatur, und der chinesische Künstler Ai Weiwei aufeinander treffen. Die Freiheit von Kunst in China politisch zu verteidigen, kann Repressalien bedeuten. Bei Ai Weiwei ist das der Fall. Literatur in Diktaturen gehört zu den Schwerpunkten des Festivals 2010.
Literatur wird bei der Lit.Cologne variantenreich präsentiert.
Marathon, Silberschwein und Bananenflanken
Geradezu legendär ist mittlerweile der 24-stündige WDR-Literaturmarathon. Experimentell wird es am 15. März. Peter Kurzeck produzierte sein Hörbuch „Da fährt mein Zug“ ohne schriftliche Vorlage. Auch bei der Veranstaltung gibt es kein Manuskript. Nur den Autor. Und dessen Verleger Klaus Sander. Und ein Event, bei dem niemand ganz genau weiß, was da herauskommt. Daneben gibt es den Wettkampf, bei dem Autoren im Kampf um das “Silberschweinpreis der Litcologne” um die Kunst des Publikums buhlen. Es gibt “Litcologne-Patenschaften” zwischen bekannten und weniger bekannten Autoren. Es treten Crossover-Künstler auf, die man vornehmlich aus anderen Bereichen als der Literatur kennt: 2010 etwa die Rocksängerin Janis Joplin mit ihrer Autobiografie. Wenn Sie möchten, werden Sie im Jahr der Fußball-Weltmeisterschaft aus dem Munde eines Physikers auch etwas Kompetentes zur hohen Kunst der Bananenflanke erfahren. Berührungsängste: Literatur auf der LitCologne kennt sie nicht. Die Lit.Cologne ist reich an Highlights und bietet mit der Litkidcologne auch ein ausführliches Literatur-Programm für Kinder.
Literatur ist Spaß. Wetten dass? Dauer der LitCologne: vom zehnten bis zum 23. März. Das offizielle Programm und die offizielle LitCologne-Seite gibt’s hier.


