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Köln für Gründer — Schritte zur Selbstständigkeit

27. März 2010 | Von | Kategorie: General

Die Stadt Köln hatte im Februar 2010 insgesamt eine Arbeitslosenquote von 10,6% bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen. Etwa jeder zehnte Erwerbsfähige in Köln ist also ohne Arbeit. Das ist eine geringere Arbeitslosenquote als in den Ruhrgebietsstädten Essen und Duisburg, aber eine höhere als im direkten Umland. Ein möglicher Weg aus der Arbeitslosigkeit wird derzeit auch in Köln verstärkt propagiert: der hinein in die Selbstständigkeit.

„Nie wieder Bewerbungsfotos“ versprechen die Plakate. Medien wie das Handelsblatt beurteilen diesen Weg eher skeptisch.

Wer als Arbeitsloser in Köln dennoch den Weg in die Selbstständigkeit wagt, bekommt hier ein paar Links für Unterstützung. Und vielleicht ein paar ungefragte Ratschläge, die wie alle guten Ratschläge auf die individuelle Situation passen oder weniger gut passen. Das haben gute Ratschläge so an sich.

Ein Allheilmittel für alles Mögliche ist die Ermunterung von Menschen, sich selbstständig zu machen, wohl eher nicht. Das vorneweg. Man wird arbeitslos, wechselt als Kölner in die Selbstständigkeit und alles wird gut? Die Umsätze sprießen? Die Suche nach einem Traumhaus am Rhein beginnt? Man bucht den Urlaub in der Karibik: Schließlich wird man Unternehmer; man wird also reich? Ganz so läuft es dann wohl doch nicht. Selbst, wenn Initiativen zu einer neuen Welle der Selbstständigkeit auch in Köln fruchten und selbst wenn alle entstehenden Kleinunternehmen tatsächlich überleben, möglicherweise würde der Ertrag vieler neuer Geschäfte so eben für den Lebensunterhalt der Inhaber reichen.

Meistens kein leichter Weg

Gerade am Anfang ist Selbstständigkeit oftmals extrem viel Arbeit ohne viel Gewinn. Das gilt insbesondere bei all denjenigen, die nicht die Idealvoraussetzungen für einen Start ins Unternehmertum mitbringen. Zu solchen Idealvoraussetzungen würde etwa ein dickes Konto gehören; wird Geld klug in passendes Kapital (vielleicht ein Ladenlokal, nötiges Werkzeug) UND in gutes Marketing investiert, stehen die Chancen auf einen guten Start gar nicht so schlecht. Arbeitslosen mit der Planung, in die Selbstständigkeit zu wechseln, bleiben trotz eventueller staatlicher Hilfen allerdings meist nur die schmaleren Budgets. Oftmals müssen sie bereit sein, fehlendes Kapital durch eigene Arbeitskraft zu ersetzen und sich vom klassischen Acht-Stunden-Tag zumindest vorläufig zu verabschieden. Neben der eigentlichen Arbeit stehen die begleitenden Arbeiten an: etwa Buchhaltung, Steuer, Marketing. Zeiten für diese Arbeiten muss man einkalkulieren und die Kalkulation sollte nicht zu knapp ausfallen.

Kein Jobwunder, aber eine Chance

Das Handelsblatt erwartet keine Jobwunder von der Initiative, mehr Menschen eine Selbstständigkeit nahe zu legen. Der Artikel beruft sich dabei auf einen Artikel des Professors Scott Shane (Universität von Cleveland) Er gilt als Kapazität im Fachbereich Gründer-Forschung.

„Die übergroße Mehrheit der Gründer sind keine Entrepreneure, die starke Unternehmen aufbauen und Jobs schaffen“ (Zitat von Scott Shane aus dem Handelsblatt)

Zugleich zitiert das Handelsblatt eine Untersuchung „mit schwedischen Daten“, laut der nur jeder fünfzigste Job von Unternehmen geschaffen wird, die maximal zwei Jahre alt sind. Das spricht tatsächlich dafür, dass große Gründerinitiativen zumindest kurz- und vielleicht auch mittelfristig weder ein Motor für großes Wirtschaftswachstum sind noch Jobs für diejenigen entstehen lassen, die weder in Köln noch sonst wo in die Selbstständigkeit wechseln möchten. Aber der Schluss, berufliche Selbstständigkeit von Menschen zu befürworten, wäre ein untaugliches Instrument, wäre sicherlich der falsche Schluss.

Jeder, der es schafft, als Selbstständiger zu überleben, ist jemand, der keine staatliche Unterstützung benötigt. Und jeder, der es schafft, ist jemand, der etwas vom berühmt gewordenen „Yes we can“ in die deutsche Gesellschaft trägt. Jemand, der das Gefühl, dass man es schaffen kann, etwas aufzubauen, vielleicht bisweilen auch zu Menschen trägt, die sich eventuell fast schon aufgegeben haben. Menschen das Gefühl zu geben, eine Chance zu haben, kann sehr viel wert sein.

Chancenreich sollte der Schritt in die Selbstständigkeit schon sein

Menschen zu einer Selbstständigkeit zu ermuntern, darf nicht bedeuten, grundsätzlich alles zu fördern, was nach Selbstständigkeit aussieht, aber vielleicht kaum eine Überlebenschance besitzt. Das wäre ein teures und nutzloses Unterfangen. Für denjenigen, der selbstständig werden möchte, bedeutet es: Der bessere Weg ist es mitunter, erst einmal zu schauen, welche Geschäftsideen Chancen haben, und sich dann die für einen geeignete Idee auszusuchen. Standard ist meistens der andere Weg: Man hat eine Idee, führt sie aus und merkt dann vielleicht, dass sie gar nicht funktioniert. Das schafft eher Frust als das Gefühl, sich selbst aus einer Misere befreit zu haben. Und Frust soll der Weg in die Selbstständigkeit nicht bringen.

Wer in Köln Selbstständigkeit plant, kann beispielsweise folgende Links nutzen:

IHK Köln – Gründungshilfe

Informationen der Bundesagentur für Arbeit zum Start in die Selbstständigkeit

Existenzgründerakademie Köln-Dellbrück

Adressen für Existenzgründer auf der Seite des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie

Das Hochschulgründernetz cologne berät Studierende während des Studiums zu Themen rund um Existenzgründung

Adressen für Kölner Existenzgründer auf dem Marktplatz-Mittelstand.de

Übernehmen Sie als Franchisenehmer bestehende Geschäftsideen bei Franchise-net.de

Arbeitskreis Existenzgründung der Wirtschaftsjunioren Köln

Angebot für Existenzgründungsseminar Köln auf Unternehmenswelt.de

Existenzgründerangebote der Kreissparkasse Köln

Weitere Links auf Stadt-Koeln.de

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