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Backstreet Boys? No: Backstreet Beuys!

19. Februar 2010 | Von colognereportadmin | Kategorie: Was gibt es Neues?

Mit moderner Kunst ist das ja so eine Sache, nicht wahr? Die einen finden sie toll, die anderen total daneben, weil Kunst ja von Können kommen soll und diese Leute manchmal nicht sehen, wo bei der modernen Kunst das Können bleibt. „Ignoranten“ schimpfen dann die einen, während die anderen Beifall klatschen. Joseph Beuys war wohl einer der Künstler, die in der Moderne wie kaum andere die Menschen polarisierten. Und was auf den einen genial wirkte, weckte beim anderen maximal ein Stirnrunzeln. Aber Kunst ist vielleicht bisweilen auch einfach Provokation? Dann wäre mit einem Stirnrunzeln viel erreicht. Die Backstreet Beuys (die nach unserer Auskunft nicht singen!) berufen sich auf Joseph Beuys und präsentieren noch bis zum sechsten März eine in Kunstwerken manifestierte Auseinandersetzung mit ihm  in der Kölner Galerie 30works.

Die Backstreet Beuys und der Joseph

Die Backstreet Boys heißen Howie Dorough, Alexander James McLean, Nick Carter und Brian Littrell.

Die Backstreet Beuys heißen Agii Gosse (Köln), Michael Baerens (Köln), Cornelius Rinne (Bielefeld) und EMESS (Berlin).

Alle vier sind von Joseph Beuys beeinflusst und setzen sich bei der aktuellen Ausstellung in Köln durch eigene Kunstwerke, Collagen, Objekte, Fotos mit dem großen Vertreter der deutschen Kunstszene auseinander. Für Beuys war Kunst etwas, was die gesamte Gesellschaft berührt, was ihre Strukturen und Formen hinterfragt und verändert. Kunst ist die Waffe der Demokraten, schreibt 30works in seiner Pressemitteilung und zitiert auf der Internetseite den Meister selbst:

„Kunst ist ein in die Ecke geklatschter, schmieriger Haufen Fett. Oder ein alter Lappen Filz. Vor allem aber ist jeder Mensch ein Künstler.“ (Joseph Beuys)

Das kann man gut finden. Oder nicht gut. Aber es regt oftmals die Diskussion an. Und das ist schon viel.

30works

Die Kölner Galerie 30works in Köln Sülz versteht sich selbst als Street Art – Urban Art – Pop Art Galerie. Hinter 30works steckt der Galerist Gérard Margaritis. Als Street Art wird diejenige Kunst bezeichnet, die vor allem im öffentlichen Raum wirkt und dafür sorgt, dass Kunst zum Betrachter kommt, in die Alltagswelt eindringt. Das geschieht sicherlich nicht immer mit dem Wohlwollen aller Beteiligten. Aber es ist ein bisweilen gelungener Versuch, Kunst aus heiligen Hallen dorthin zu tragen, wo diejenigen stehen, die heilige Hallen niemals betreten. Vielleicht sind heilige Hallen wie Museen ja bisweilen Gefängnisse und nur der Ausbruch gibt Kunst die Chance, auch gesellschaftlich auf breiterer Ebene zu wirken? Wer weiß das schon? Wir nicht! Aber Fragen sind mitunter ebenso spannend wie Antworten.

30Works

Berrenrather Str. 188b
50937 Köln

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