Clife: CANsema gucken, was Papa für Mucke hörte (Teil II)
6. Januar 2010 | Von colognereportadmin | Kategorie: Clife & KreativesWas hat Papa Cologne für Musik gehört? CAN? Yes, we CAN??? Nein… CAN! Candy Girls? Nein CAN!!!!! Barbie und… CAN oder was? Nicht ganz. Nicht mal fast! Nicht mal fast FAST. Erstaunlich, aber wahr: Papa hat mal Mucke geliebt und war richtig cool? Für Menschen im Alter von sechzehn bis achtzehn ist das wohl ungefähr so glaubhaft wie die Geschichte mit der Erde und dem Erschaffen und Ruhen in sieben Tagen und der Schlange und Pumuckl und den sieben bösen Geißlein, die den Wolf massakrieren, weil Märchen immer eine Moral haben sollten… Cool? Dieser komische Alte mit dem chronisch erhobenen Zeigefinger? Die Mensch gewordene „Sei-um-Mitternacht-wieder-Zuhause“-Endlos-CD? Dieses extrem unentspannte menschenähnliche Wesen, das gegen Abend fest mit dem Sofa verwächst? Es hat CAN gehört? Wen bitte? OK, OK, der Reihe nach…
CAN wurde in Köln gegründet. Das geschah 1968. Bei jener Jahreszahl klingelt es mitunter selbst bei der U20-Generation. 68? 68 war doch… da waren alle nackt und so… und hörten ganz verrückte Sachen und die Luft war neblig und roch eigentümlich und es gab Krawall und… ja, Klischees leben noch immer am längsten. Ein bisschen war’s vielleicht wirklich so? 68? Immerhin gilt das Jahr als ein Höhepunkt der Studentenbewegung, es gab den Prager Frühling in der ČSSR und die APO (Außerparlamentarischen Opposition) in der BRD. Und Papa mittendrin, der alte Sack… 69 ist übrigens was anderes! (PS: Wer noch an Bienchen und Blümchen glaubt und sich Illusionen wahren möchte, klickt NICHT auf die 69)
Stilfragen
CAN zählte zu den so genannten Krautrockbands und irgendwie auch zu den Psychedelic-Bands. Das alles bedeutet: Die Musik setzte auf eigentümliche Klangexperimente und ähnelte damit bisweilen einer musikalischen Reise ins surrealistische Land Türüdeltü wo putzige und winzige rosa Elefanten auf blauen Gummiwiesen Klavier spielen, um jodelnde Engel zum edlen Tanze zu verführen… türü… türü… türüdeltütü. CAN wurde irgendwie zu den deutschen Rockbands gezählt, ohne sich selbst so richtig zu den Rockbands zu zählen. Sagen wir: CAN war einfach CAN. Und Papa war cool! Und CAN… CAN war innovativ, einflussreich, anders und experimentierfreudig. Irgendwie war Rock mit drin in der Musik. Irgendwie Elektronik. Manchmal ein bisschen Weltmusik. Einflüsse kamen aus Jazz und Klassik. Vielleicht klang das alles bisweilen auch wie ein Warzenschwein auf Droge. Sagen wir einfach: CAN war interessant! Und irgendwie CAN.
Namen für Ältere
Die Ur-Formation bestand aus Malcolm Mooney (Gesang), Holger Czukay (Bass, Elektronik), Michael Karoli (Gitarre), Jaki Liebezeit (Drums). Ab 1970 wurde Malcolm Mooney von Damo Suzuki abgelöst. Zeitweilig gehörten die Musiker „Rebop Kwaku Baah“ (Percussion + Gesang) und Rosko Gee (Bass) zur Gruppe. Die Älteren aus Köln werden „ah“ sagen und sich erinnern. Die Jüngeren aus Köln werden „hä“ sagen und vergessen. CAN lebte fort bis 1979 und dann nochmals ab 1986. Ein letztes Mal sollen CAN – Musiker 1999 unter dem Namen gemeinsam aufgetreten sein; solo sind viele weiterhin aktiv und präsentieren sich noch immer gemeinsam auf Spoonrecords.com. Michael Karoli allerdings starb 2001.
Tipp für Jüngere
Und jetzt… könnten die Jüngeren der Leser das alte Fotoalbum von Mama und Papa aus dem Schrank nehmen, könnten sich Bilder von damals ansehen, von Zeiten, in denen sie selbst vielleicht noch Sperma und Ei waren oder nicht einmal als Gedanke existierten. Damals war die Welt auch in Köln bunt und aufregend. Jugend bedeutete Revolution, Erwachsene waren sch… und die Rolling Stones waren irgendwie schon fast ewig lang im Rock-Zirkus präsent. Alles war irgendwie… wie heute!
Leeve jrooß sagt… ClifeCologne



