Balu und Du und Hilfe für Kinder
2. Januar 2010 | Von colognereportadmin | Kategorie: GeneralIm Film ist Balu ein Bär. Wer Disneys „Dschungelbuch“ gesehen hat, weiß, dass Balu ein Bär ist und zwar ein besonders freundlicher Typ von Bär. Er ist kumpelhaft zu kleinen Moglis, lehrt sie die durchaus sympathisch wirkende Philosophie der Gemütlichkeit und tanzt bisweilen als verkleideter Affe, als habe er den Jazz erfunden (Balu präsentiert sich am Ende des Videos). Manchmal ist Balu auch ein Mensch und dann ist er vielleicht Teil eines sehr sinnvollen Projekts: Dieses Projekt heißt „Balu und Du“.
Moglis heißen Kinder im Grundschulalter, die von „Balus“ betreut werden. Balus sind junge Erwachsene im Alter zwischen achtzehn und dreißig Jahren, von denen viele ein Studium an einer Hochschule absolvieren. Die ehrenamtliche Mitarbeit am Projekt bietet manchen Studierenden auch die Chance, einen Leistungsnachweis zu erwerben. Zugleich können die Treffen mit den Kindern nicht alleine für die Kinder, sondern auch für die jungen Erwachsenen oftmals einen Gewinn bedeuten. Auch für sie mag das gemeinsame Erleben mit dem Kind manch eine neue Erfahrung bringen und mitunter gibt es vielleicht dem „Balu“ die Chance, ein Stück weit wieder einzutreten in die Welt kindlichen Staunens. Den Zugang zu ihr im Laufe des Erwachsenwerdens komplett zu verlieren, kann etwas sein, was man mitunter vermisst, ohne es bewusst zu bemerken.
Die Moglis
Die Moglis sind Kinder, die neben ihren Eltern eine weitere wichtige Bezugsperson benötigen, die sie ohne die Balus nicht haben. „Balu und Du“ bietet keine reine klassische Hausaufgabenbetreuung an. Die Balus sind für die Kinder vielmehr innerhalb eines Jahres einmal wöchentlich Wegbereiter, Vertraute, Mitspieler und -entdecker. Sie sind diejenigen, die mit den Kindern vielleicht die Natur erkunden, die gemeinsam mit ihnen das Schwimmbad entern, das Kino oder die Bücherei und die ihnen vielleicht einfach zeigen, wie facettenreich und bunt das Leben ist, wie viel es zu entdecken gibt und wie viel Spaß es bereiten kann, Neues zu erfahren und zu lernen. „Balu und Du“ soll dabei kein Ersatz für die Eltern-Kind-Beziehung sein. Die Betreuung ist vielmehr dort eine gute Ergänzung, wo die Eltern aus unterschiedlichsten Gründen einen Teil dessen nicht bieten können, was die Kinder brauchen.
Hilfe für die Balus
Die ehrenamtlichen Balus werden mit ihrer Aufgabe nicht alleine gelassen. Sie erhalten teils beispielsweise Unterstützung in Seminaren, durch Begleittreffen mit Pädagogen und/oder durch Austauschtreffen, bei dem die Balus sich gegenseitig helfen. Zugleich halten sie ihre Erfahrungen während ihres Erlebens mit dem Kind in einem Online-Tagebuch mit beschränktem Zugang fest. Das hilft ihnen, Erlebtes zu reflektieren und unterstützt den Verein bei der Aufgabe, aus den Erlebnissen der einzelnen Balus Schlüsse für die Arbeit der Zukunft zu ziehen. Wer ein Balu werden möchte, muss im Allgemeinen ein polizeiliches Führungszeugnis vorlegen, was dem Schutz der Kinder dient.
„Balu und Du“ in Köln
Der Balu und Du e.V hat seinen Sitz in Osnabrück und seine Geschäftsstelle in Köln. Das Programm „Balu und Du“ existiert seit dem Jahr 2002 und hat nach Angaben auf der Vereins-Internetseite seither über 1.500 Freundschaft zwischen Balus und Moglis vermittelt. Gefördert wird das Projekt durch die Aktion Lichtblicke. In Köln arbeitet Prof. Dr. Sigrid Tschöpe-Scheffler der Fakultät für Angewandte Sozialwissenschaften an der Fachhochschule Köln mit dem Verein zusammen. Der Verein selbst hat seine Geschäftsstelle in der Georgstraße 7 in Köln. Interessenten, die eine einjährige Patenschaft für ein Grundschulkind übernehmen möchten, können sich an den Verein ebenso wenden, wie Eltern, die für ihre Kinder eine derartige Patenschaft überlegen. Manch ein Balu und manch ein Mogli treffen sich auch nach dem Betreuungsjahr noch bisweilen. Eine Freundschaft ist entstanden. Das… ist viel wert: für Moglis, für Balus und für die Gesellschaft im Allgemeinen.
CologneLife — der Mensch ist die Stadt
PS: Kaa, die Schlange aus dem Dschungelbuch, ist unseren Informationen zufolge auch bei „Balu und Du“ nicht so sehr erwünscht.


