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Andreas Bummel — den Menschen der Welt Stimme geben

4. November 2009 | Von colognereportadmin | Kategorie: Was gibt es Neues?

Spricht ein Mensch von einem Weltparlament, so mag es eine Reihe anderer Menschen geben, die erst einmal milde lächeln: „Ja, ja, und Friede sei auf der ganzen Welt und auf den Bäumen wachsen Eierkuchen und niemand leidet Hunger und alles ist gut!“ Einige geben dann auf, legen Ideen wie die eines Weltparlaments in eine Kiste, verstauen sie in Nischen des Kopfes und vergessen sie. Andreas Bummel ist anders. Er glaubt an eine mögliche Realisierung eines Weltparlaments. Und er arbeitet dafür. Andreas Bummel ist Gast des Königsdorfer Literaturforums am fünften November 2009 um 20 Uhr in Frechen Königsdorf.

Andreas Bummel, geboren 1976 in Südafrika, ist jemand, dem zugehört wird und dessen Ideen ernst genommen werden. Er ist Mitgründer des 2003 etablierten und in Berlin sitzenden Komitees für eine demokratische UNO und inzwischen dessen geschäftsführender Vorsitzender. Das Komitee zählt sich selbst als Think Tank zu den „weltweit führenden Organisationen, die sich auf die Einrichtung einer Parlamentarischen Versammlung bei den Vereinten Nationen als Etappenziel zu einem Weltparlament konzentriert haben“. Es ist Mitinitiator der internationalen Kampagne für ein Parlament bei den Vereinten Nationen. Nach Angaben auf den Webseiten des Komitees gehören unter anderem 150 Organisationen und 700 Abgeordnete aus über 125 Ländern der Welt zu den Unterstützern der Kampagne.

Kampagnenziele

Ein erstes Ziel der Kampagne ist eine beratende Parlamentarische Versammlung bei den Vereinten Nationen. Letztendlich steckt der Grundgedanke dahinter, dass ein Parlament die Akzeptanz der Vereinten Nationen bei den Menschen dieser Welt steigern würde. Sie würde, so die formulierte Ansicht auf der UNPA-Campaign-Seite, als Stimme für die Bürger fungieren und wäre eine konsequente Weiterentwicklung der Idee der Vereinten Nationen. Die Parlamentarische Versammlung könnte als Vorstufe zum Weltparlament aus Abgeordneten der Länderparlamente bestehen; langfristig sollten die Sitze eines Weltparlaments jedoch durch direkte Wahlen besetzt werden.

Andreas Bummel beim Königsdorfer Literaturforum

Andreas Bummel wird am fünften November 2009 in Königsdorf im Evangelischen Gemeindehaus zu Gast sein. Er wird dort über mögliche Wege in Richtung eines Weltparlaments berichten und auch Fragen der Zuschauer beantworten. Eventuell bringt sein Besuch in Königsdorf manch einen dazu, ein Stück weit mehr an etwas zu glauben, was er zuvor für Fantasterei hielt?

Clife sagt:

Es sind Menschen wie Andreas Bummel, die den Glauben an eine mögliche Welt nähren, in der ein durch die Menschen dieser Welt demokratisch legitimiertes Parlament wichtige Entscheidungen zu treffen vermag. Politik könnte damit ein ganzes Stück weiter auf dem Weg gehen, den Wirtschaft längst weit gegangen ist: den eines weltweiten Agierens, mit dem national agierende Staaten bisweilen nur schlecht umgehen können. Der Schritt muss nicht und darf nicht als Aufgabe nationaler Identitäten verstanden werden, als Überforderung für Viele. Ein ausgewogenes System mit Verantwortlichkeiten auf unterschiedlichen Entscheidungsebenen und einem gestärkten Weltparlament wäre jedoch zu begrüßen. Fragen bleiben, wenn es um eine mögliche Realisierung geht:

- Wie viel Demokratie auf Welt-Ebene ließe sich angesichts der nicht-demokratischen Länder dieser Welt durchsetzen?

- Bei der jüngsten Bundestagswahl in Deutschland ergab sich eine extrem niedrige Wahlbeteiligung; es scheint so, als sei die Möglichkeit, ein Parlament zu wählen, in den Köpfen vieler Menschen nicht als Möglichkeit verankert, demokratisch Einfluss zu nehmen. Wie kann ein Weltparlament dieses Gefühl wecken, dass nationale Parlamente scheinbar nicht zu wecken vermögen?

- Anders formuliert: Muss Demokratie nicht erst national anders verankert werden, um auch international wirksam sein zu können?

Fragen, von denen einige vielleicht am fünften November beantwortet werden.

Daten

Königsdorfer Literaturforum
05.11.2009, 20 Uhr
Evangelisches Gemeindehaus (Ecke Pfeilstr. / Franz-Lenders-Str.)
Frechen-Königsdorf
Eintritt: kostenlos (ein Kostenbeitrag ist jedoch herzlich willkommen)

Weiterführende Links:

Webseite Andreas Bummel

Kampagne für die Einrichtung eines Parlaments bei den Vereinten Nationen

Komitee für eine Demokratische UNO

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