1600 Kilometer für einen Eisenar… (-hintern)
19. August 2009 | Von colognereportadmin | Kategorie: General
Ralf Voigt hat einen Eisernen Hintern; also, es ist nicht so, als würden wir den Hintern von Ralf Voigt ausgiebig kennen, aber das mit dem Eisernen Hintern können wir mit Fug und Recht behaupten. Die Auszeichnung wurde ihm von der “Iron Butt Association” (IBA) aus den USA für eine Deutschlandfahrt verliehen, bei der er 1.000 Meilen (etwa 1.600 Kilometer) in 24 Stunden zurückgelegt hat. Für so etwas benötigt man wohl tatsächlich einen Eisernen Hintern.
Ein Plan reift
Ralf Voigt ist ein in Köln lebender Fotograf. Seine Spezialität ist moderne HDR-Fotografie, mit deren Hilfe auch große Helligkeitsunterschiede originalgetreu wiedergegeben werden können und mit der sehr detailreiche Fotos möglich sind. Daneben ist Ralf Voigt passionierter Motorradfahrer und scheinbar ein bisweilen sehr spontaner Mensch. Am Montag, den zehnten August 2009, so schreibt er selbst auf seiner Motorrad-Homepage, entdeckte er bei Recherchen zufällig die Internetseite der Iron Butt Association. Die Organisation mit etwa 35.000 Mitgliedern (ohne Mitgliedsausweis und Beiträge etc.) widmet sich Motorradfahrten auf langer Distanz und bietet diverse Fahrten als eine Möglichkeit an, neues Mitglied der Association zu werden. So gibt es etwa die Iron Butt Rally, bei der 11.000 oder mehr Meilen in elf Tagen gefahren werden. „Bun Burner“ nennt sich die Tour, bei der 1.500 Meilen in 36 Stunden absolviert werden müssen, „Bun Burner Gold“ jene, bei der dieselbe Strecke innerhalb von 24 Stunden zu zurückzulegen ist. „Saddle Sour“ ist eine weitere Möglichkeit, sich einen Eisernen Hintern zu verdienen. In diesem Fall sind 1.000 Kilometer in 24 Stunden zu fahren. Letzteres scheint bei Ralf Voigt großes Interesse wachgerufen zu haben.
Die Tour beginnt!
Drei Tage später, also am Donnerstag, den 13. August, machte sich der Kölner Fotograf mit seiner alte K 100 RT auf den Weg. Die Route hatte er zuvor ausgetüftelt: Köln, Erfurt, Dresden, Berlin, Rostock, Hamburg, Bremen, Emden und wieder Köln hießen die Ziele. Los ging die Tour bereits morgens um drei Uhr. Das erste Ziel war eine Tankstelle, bei der die Tankquittung unterschrieben werden musste. Schließlich benötigt die Iron Butt Association Belege, um die Tour nachvollziehen zu können. Dann begann die eigentliche Fahrt. Für Ralf Voigt brachte sie beispielsweise starken Regen und Wind (nahe Gießen), den Unwillen einiger Raststätten-Mitarbeiter, ihm durch Angabe von Name und Anschrift auf der Quittung seine Tourroute zu belegen und bei Berlin erstmalig das Gefühl, diese ganze Iron-Butt-Tour sei eine fürchterliche Schnapsidee. Eine gewisse Unlust, weiterzumachen, sollte den Fotografen auf dem Rest der Route begleiten. Obwohl er gut in der Zeit lag, so schreibt er es selbst, durfte er keine längeren Pausen einlegen. Sie hätten die Unlust, wieder aufs Motorrad zu steigen, ins Unermessliche getrieben. Mehrmals war er nahe dran, aufzugeben. Dann, kurz vor dem Ziel, als Oberhausen nahe rückte, verspürte er erneute Energie, die ihn schließlich zurück nach Köln trieb. 1.600 Kilometer war er in 17 Stunden gefahren. Nun ist er der dritte Deutsche, der sich den „Eisernen Hintern“ verdient hat.
Ein Fazit
Iron-Butt-Touren sind nichts für Raser. Wer zu schnell fährt (was sich ja anhand der Quittungen mit Uhrzeit, die gesammelt werden müssen, belegen lässt) wird disqualifiziert. Dennoch waren die Meinungen zur Tour von Ralf Voigt im Motorradforum CBF1000.de geteilt. Manch einer warnte, dass bei solchen Mammut-Touren die Konzentration leiden müsse und dass das Unfallrisiko steigt. Ganz aus der Luft gegriffen, scheinen solche Einwände nicht zu sein. Ralf Voigt berichtet zwar, dass es bei ihm eigentlich keine Probleme mit Müdigkeit oder bei der Aufmerksamkeit gegeben habe. Im nächsten Satz seiner Beschreibung erzählt er allerdings, dass er sich falsch eingeordnet habe, und dass er dies unter mangelnde Aufmerksamkeit verbuche. Im Nachhinein empfiehlt er potenziellen Nachahmern, die Mammut-Tour nicht alleine zu unternehmen, weil man sich als Gruppe besser motivieren könne. So ganz ohne ist eine Iron-Butt-Tour mit Sicherheit nicht. Daher sollten Fahranfänger sie wohl den erfahrenen Motorradfahrern überlassen und auch die erfahrenen Motorradfahrer sollten sich genau überlegen, was sie sich zutrauen können und was nicht. Im Zweifelsfall ist schließlich auch eine kleinere Tour in die Eifel ganz schön!
Iron Butt Rally (11.000 Meilen in elf Tagen)




Hey,
danke für den netten Bericht. Statt einem Milwaukee-Eisenhaufen hättet Ihr aber für das obere Foto schon noch (m)eine echte BMW nehmen können
Viele Grüße
Ralf